Ariel Schlesingers Skultpur "Untitled" (2019) auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums Frankfurt

Skulptur auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums

„Untitled“ von Ariel Schlesinger

Sie steht im Zentrum zwischen klassizistischem Rothschild-Palais und neuem Lichtbau und stellt gleichzeitig den Mittelpunkt des Vorplatzes dar: Die Skulptur „Untitled“ von Ariel Schlesinger.

Sie besteht aus zwei in Aluminium gegossenen Bäumen, von denen einer im Boden verpflanzt ist. Der andere scheint sich kopfüber an den Ästen des unteren zu halten und streckt seine Wurzeln gegen den Himmel.

Die Skulptur von Ariel Schlesinger stellt mit der Symbolik der beiden Bäume eine Verbindung von Gegensätzlichem, von Beständigem und Vergänglichem her. Sein Kunstwerk hat einerseits einen konzeptionellen Charakter, da er bei dem Produktionsprozess – von der Auswahl des Baumes bis hin zur Abnahme der Form – darauf achten musste, den realen Baum, einen Fikus, unbeschädigt zu lassen. Der Aluminiumguss macht das Werk jedoch zu einer traditionellen Skulptur.

Die Idee, einen Baum zweifach, gleich einer Spiegelung seiner Selbst, zu einem Wahrzeichen des neuen Jüdischen Museums Frankfurt zu machen, zieht ihre Inspiration aus der Geschichte der Frankfurter Juden: dem Gefühl gleichzeitiger Verbundenheit und Entwurzelung. Zugleich geht sie auf verschiedene jüdische Quellen zurück, wie etwa den kabbalistischen Lebensbaum, der die göttliche Schöpfung widerspiegelt. Auch die hebräische Bibel, das Buch Hezekiel, diente Ariel Schlesinger als Bezugspunkt. Dort wird die besondere Verbindung von Gott zum Volk Israel mit der Metaphorik des Baums beschrieben: "Und alle Bäume des Feldes werden erkennen, dass ich, der HERR, den hohen Baum erniedrige, den niedrigen Baum erhöhe, dass ich den grünen Baum vertrocknen lasse und den dürren Baum zum Blühen bringe." (Hezekiel 17:24)

Ariel Schlesinger

Von 1999 bis 2003 studierte Ariel Schlesinger an der Jerusalemer Bezalel Academy of Arts and Design und an der School of Visual Arts in New York. Er erhielt Stipendien für Aufenthalte in Deutschland, Frankreich, Italien und Japan. Bekannt wurde der 1980 in Jerusalem geborene Künstler durch seine minimalen, stets äußerst präzisen Eingriffe in Alltagsgegenstände. Diesen entzieht er zunächst ihre ursprüngliche Funktion und ermöglicht durch seinen radikalen künstlerischen Eingriff neue Sicht- und Erfahrungsweisen. Das Vertraute wirkt plötzlich überraschend anders. Zurzeit lebt und arbeitet der israelische Künstler in Berlin.

Ariel Schlesinger
„Untitled“
2019
Aluminium, ca. 11 x 5 m



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Ariel Schlesingers Skultpur "Untitled" (2019) auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums Frankfurt

Ariel Schlesingers Skultpur "Untitled" (2019) auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums Frankfurt. Foto: Norbert Miguletz
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Ariel Schlesingers Skultpur "Untitled" (2019) auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums Frankfurt

Ariel Schlesingers Skultpur "Untitled" (2019) auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums Frankfurt. Foto: Norbert Miguletz
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