Das Museum Judengasse

Jüdisches Alltagsleben in der Frühen Neuzeit

1987 kamen bei Bauarbeiten am Frankfurter Börneplatz Fundamente von 19 Häusern der Judengasse an die Oberfläche – ein bis dahin einmaliger archäologischer Fund. Die Judengasse, das frühere jüdische Ghetto, war 1462 entlang der hochmittelalterlichen Stadtmauer eingerichtet worden. Sie entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem der bedeutendsten jüdischen Zentren in Europa. Bis zu 3.000 Menschen lebten hier auf engstem Raum. Die Funde lösten den sog. Börneplatzkonflikt aus. Dabei ging es um die Frage, was mit diesen Zeugnissen der jüdischen Stadtgeschichte geschehen sollte. Die Stadt wollte an dieser Stelle ein Verwaltungsgebäude errichten. Demonstrant*innen forderten hingegen, dass die Fundamente erhalten bleiben sollten. Der Streit erhitzte die Gemüter in ganz Deutschland. Am Ende stand ein Kompromiss: Fünf der ausgegrabenen Hausfundamente wurden abgetragen und im Kellergeschoss des Verwaltungsgebäudes am originalen Platz wiederaufgebaut. Sie bilden heute das Herz des Museum Judengasse, das 1992 als Dependance des Jüdischen Museums eröffnet wurde. Einen Steinwurf vom Museum Judengasse entfernt befindet sich der Alte Jüdische Friedhof, der bei regelmäßigen Führungen besichtigt werden kann. Neben dem Museum befindet sich zudem die Gedenkstätte Neuer Börneplatz. Das Museum hat 2016 eine neue Gestalt angenommen, die mit dem Museumspreis der Sparkassen-Kukturstiftung Hessen-Thüringen ausgezeichnet wurde.

 

Museum Judengasse, Außenansicht. Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt. Download

Dauerausstellung im Museum Judengasse. Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt. Download

Blick auf den alten jüdischen Friedhof an der Battonnstraße Frankfurt
Blick auf den alten jüdischen Friedhof an der Battonnstraße Frankfurt; Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt

Alter Jüdischer Friedhof an der Battonstraße. Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt. Download