„Alles haben wir ertragen mit dem Gedanken an diesen Tag“

Flucht- und Exilgeschichten jüdischer Fotografinnen

Do.. 26.11.26 / 19:00 Uhr

Reisepass Gisèle Freund.
Reisepass Gisèle Freund © Jüdisches Museum Frankfurt

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Frankfurt, Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main

„Alles haben wir ertragen mit dem Gedanken an diesen Tag“ / Flucht- und Exilgeschichten jüdischer Fotografinnen Gisèle Freund entkam der nationalsozialistischen Verfolgung als Jüdin und politische Fotografin, indem sie von Frankfurt nach Paris und später weiter nach Argentinien floh. „… und alles haben wir ertragen mit dem Gedanken an diesen Tag“, so beschreibt sie in einem Reisejournal vom Juli 1941 die rettende Ankunft in Buenos Aires. Bereits in Paris baute sie sich ein Netzwerk auf, das ihr zur weiteren Flucht über die Hafenstadt Marseille verhalf. Dabei spielten ihre Kontakte zu Frauen eine entscheidende Rolle. Auch anderen jüdischen Fotografinnen und Fotografen diente Paris vor dem Einmarsch der Wehrmacht als Zufluchtsort. Zwei weitere von ihnen, Rogi André und Madame d‘Ora, stellt die Ausstellung „Fluchtpunkt Paris“ im LVR-Landesmuseum Bonn vor. 

Die Co-Kuratorin dieser Ausstellung, Dr. Kerstin Stremmel, wirft an diesem Abend gemeinsam mit den Kunsthistorikerinnen Nathalie Neumann und Dr. Anna Sophia Messner einen Blick auf das fotografische Werk von Gisèle Freund im Exil. Dabei kommen auch weitere Flucht- und Migrationsbewegungen von Jüdinnen und Juden sowie die Frage zur Sprache, warum viele von ihnen sich dem neuen Medium der Fotografie zuwandten. Der Abend wirft einen Blick auf die vielfältig verflochtenen Geschichten von jüdischen Fotografinnen im Exil und thematisiert die besondere Situation im Paris der 1930er-Jahre. 

Nathalie Neumann ist Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin. Seit 2006 forscht sie zu Gisèle Freund und seit 2014 zur Kunstsammlung ihres Vaters Julius Freund. 

Dr. Anna Sophia Messner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte der LMU München im Bereich jüdische Kunst- und Kulturgeschichte. 

Dr. Kerstin Stremmel ist Kunsthistorikerin und Co-Kuratorin der Ausstellung „Fluchtpunkt Paris“. 

Moderation: Maximilian Weitz 

Karten erhalten Sie unter juedischesmuseum.de/tickets; ggf. sind Restkarten an der Museumskasse erhältlich. Einritt 10 €, ermäßigt 5 €. 
 

In Kooperation mit dem LVR-Landesmuseum Bonn Termin speichern Anfahrt