Pop-Up Ausstellung zum Anne Frank Tag im Museum Judengasse

Objekte aus der Lebenswelt von Anne Frank

Am 12. Juni 2019 findet erneut der Anne Frank Tag in Frankfurt statt. Das Jüdische Museum präsentiert zu diesem Anlass eine Pop-Up Ausstellung im Museum Judengasse. Im Zentrum der eintägigen Präsentation stehen die materiellen Dinge aus dem Besitz der Familie Frank und Elias und mit ihnen die physischen Spuren von Anne Frank.

Gezeigt werden Objekte aus der Lebenswelt des heranwachsenden Mädchens, das an diesem Tag vor 90 Jahren geboren wurde: Bauklötze, mit denen sie und ihre Schwester Margot spielten, ein Poesiealbum, in dem Anne einen Eintrag für ihre Klassenkameradin hinterließ, und – ein besonderes Highlight – ein von ihr bestickter Beutel, in dem sie in Amsterdam ihr Nachthemd verwahrte. Hinzu kommen Alltagsgegenstände aus dem Besitz ihrer Eltern und Großeltern, in denen das Interesse an Bildung und Kultur der Familie deutlich werden: Bücher, die Annes Vater Otto Frank in seiner Kindheit und Jugend las, Spiele, die er und seine Geschwister mit den Eltern spielten, und kurze Reime, die sich die Familienmitglieder untereinander widmeten. Einige der Objekte wurden noch nie öffentlich gezeigt. Viele von ihnen haben persönliche Geschichten, die – sozusagen als Geburtstagsgeschenk – an dem Tag von den Kuratoren und Vermittlern des Jüdischen Museums vor Ort mit den Besucherinnen und Besuchern geteilt werden.

Die Pop-Up Ausstellung gibt einen Einblick in das zukünftige Familie Frank Zentrum: in die permanente Ausstellung zur Familie, die im neuen Jüdischen Museum mit weitaus mehr Gegenständen aus Familienbesitz zu sehen sein wird, oder in die Dokumente, die man zukünftig in der neuen Bibliothek zur Familiengeschichte einsehen kann. Die Ausstellung umfasst mehrere partizipative Stationen, etwa einen Prototypen des zukünftigen interaktiven Multi-Touch-Tischs zur Familiengeschichte und verschiedene Feedbackmöglichkeiten. Darüber hinaus finden vor Ort Führungen zu den Spuren der Familie im Museum Judengasse sowie eine Filmpräsentation statt, in welcher der Cousin von Anne Frank, Buddy Elias, porträtiert wird. Buddy Elias ist der Gründungsvater des Familie Frank Zentrums: Er sprach sich dafür aus, die Dinge aus dem Besitz der Emigrantenfamilie Frank und Elias dem Jüdischen Museum Frankfurt anzuvertrauen.

Im Vorfeld der Ausstellung betont Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig: "Weltoffenheit und Toleranz gelten als traditionelle Frankfurter Werte – Anne Frank vertrat sie zu einer Zeit, als sich ihre ehemalige Heimatstadt bereitwillig davon abwandte, um sich an den nationalsozialistischen Verbrechen gegen ihre eigenen Bürgerinnen und Bürger zu beteiligen. Ich sehe es als moralische Verpflichtung an, das Andenken an die Familie Frank wachzuhalten und darüber hinaus für die humanistische Botschaft des Tagebuchs der Anne Frank einzustehen und sie zu verteidigen."
Die Direktorin des Jüdischen Museums, Dr. Mirjam Wenzel, unterstreicht, dass in der Pop-Up-Ausstellung das im Entstehen begriffene Familie Frank Zentrum erfahrbar werde. Sie bekundet: "Ich freue mich darauf, das Zentrum im kommenden Jahr im neuen Jüdischen Museum zu eröffnen."

Tagesprogramm:
Ab 10:00 Uhr Gespräche über Anne Frank und ihre Familie mit:
Dr. Franziska Krah, Leiterin des Familie Frank Zentrums
Michael Lenarz, stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums
Gottfried Kößler, stellvertretender Leiter des Fritz Bauer Instituts
Sophie Schmidt, Mitarbeiterin des Pädagogischen Zentrums am Jüdischen Museum
Fenja Fröhberg, wissenschaftliche Volontärin des Jüdischen Museums

11:00 Uhr Eröffnung der Pop-Up Ausstellung
Grußwort von Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig
Einführung von Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums

12:30 Uhr Mittagspausenführung durch die Pop-Up-Ausstellung mit Dr. Franziska Krah

13:30 Uhr Filmpräsentation "Buddy Elias - mein Glück - mein Schicksal".
Dokumentation über den Cousin von Anne Frank
(Anne Frank Fonds Basel /AVE Berlin)

18:30 Uhr "Auf den Spuren der Vorfahren von Anne Frank"
Führung im Museum Judengasse von Gottfried Kößler

20:00 Uhr Ende der Ausstellung

Der Eintritt in das Museum Judengasse ist an diesem Tag frei.