Blick in die neue Dauerausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt

Antisemitismusprävention

Institutionen im Kampf gegen den Judenhass

Der Antisemitismus ist auch ein 75 Jahre nach der Schoa ein weit verbreitetes Phänomen in Deutschland und Europa. Er verfolgt Jüdinnen und und Juden und ist ein massiver Angriff auf die Demokratie. Gewalttätige Angriffe auf Menschen jüdischer Herkunft und auf jüdische Einrichtungen haben wieder Hochkonjunktur. Diesen Entwicklungen versuchen zahlreiche Einrichtungen entgegenzuwirken.

KIgA e. V. – Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus in Berlin

Der Bildungsträger KIgA e.V. entwickelt innovative Konzepte für die pädagogische Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft. Seit 2003 erarbeitet das KIgA-Team pädagogische Ansätze und Materialien zu den Themen Antisemitismus, Islam, Islamismus, antimuslimischer Rassismus und historisch politische Bildung. Zielgruppe ist die Migrationsgesellschaft, insbesondere muslimisch sozialisierte Jugendliche und junge Erwachsene. Darüber hinaus qualifiziert KIgA Multiplikator*innen und regt zu wissenschaftlichen Debatten an.

response – Beratung für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt

Response Hessen ist ein Beratungsangebot der Bildungsstätte Anne Frank. Des response-Team unterstützt Menschen, die von rechtsextremer, rassistischer, antisemitischer, antimuslimischer oder antiziganistischer Gewalt betroffen sind. Betroffene, Angehörige und Freund*innen sowie Zeug*innen eines Angriffs werden ungeachtet der strafrechtlichen Verfolgung beraten.

Demokratiezentrum Hessen

Das Demokratiezentrum Hessen ist Teil des beratungsNetzwerks hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus und ist dem Institut für Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität Marburg angegliedert. Die Teams des Netzwerks beraten hessenweit Schulen, Eltern und Familienangehörige, Kommunen, Vereine und weitere Hilfesuchende nach Vorfällen mit einem rechtsextremen, antisemitischen oder rassistischen Hintergrund. Das Demokratiezentrum fungiert dabei als Geschäftsstelle, die landesweit entsprechende Ansprechpartner vermittelt und die Beratung, Vernetzung und Prävention zu den Themen Rechtsextremismus und Salafismus sowie zur Demokratieförderung in Hessen koordiniert und dokumentiert.

OFEK – Beratung und Unterstützung nach antisemitischen Vorfällen

OFEK ist die Beratungsstelle des Kompetenzzentrums für Prävention und Empowerment mit Sitz in Berlin. Sie ist eine Abteilung der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST). Die zentralen Aufgabenfelder von OFEK sind kostenfreie Beratung nach antisemitischen Vorfällen. OFEK bietet Einzelfallberatung, Gruppenberatung, Interventionsangebote, unterstützt bundesweit Betroffene und ihr soziales Umfeld, sowie pädagogische und soziale Einrichtungen im Umgang mit Antisemitismus und Diskriminierung.

STOP ANTISEMITISMUS

Die Webseite www.stopantisemitismus.de informiert über Antisemitismus im Alltag und unterstützt Menschen, die sich einbringen wollen, aber nicht wissen, wo sie Hilfe und Informationen finden. Sie bietet Tipps, wie Ihr auf antisemitische Äußerungen reagieren könnt – im Bus, auf dem Fußballplatz, in der Schule, im Büro oder im persönlichen Gespräch. Sie umfasst eine umfangreiche Datenbank mit Anlaufstellen rund um das Thema Antisemitismus. Das Portal ist das Ergebnis eines bisher einzigartigen Zusammenschluss von bundesweiten Initiativen und Einzelpersonen gegen Antisemitismus: aus Bildung, Wissenschaft, Vertretungen des Zentralrats der Juden und des Zentralrats der Muslime, sowie Akteuren aus der Zivilgesellschaft und den Medien.

Hessen gegen Extremismus

Seit vielen Jahren engagieren sich in Hessen staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure erfolgreich gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Extremismus. Damit die verschiedenen Aktionsbündnisse zentraler koordiniert, übersichtlicher und damit auch schneller erreicht werden können, wurde unter der Verantwortung des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport (HMdIS) das Hessische Informationszentrums- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) eingerichtet. Das HKE ist Ansprechpartner bei Fragen zu bestehenden Programmen und Projekten für staatliche und zivilgesellschaftliche Träger, berät über Fördermöglichkeiten und unterstützt Vernetzungsaktivitäten.