Filmstill aus der Videoinstallation "Ask the Rabbi" im Jüdischen Museum Frankfurt

Ask the Rabbi

Rabbinische Antworten

Das Judentum ist vielfältig. Seit der Antike interpretieren jüdische Gelehrte die Tora und erweitern die Auslegungen, indem sie neue Lebensumstände berücksichtigen. Diese Diskussionen sind im Talmud und in anderen rabbinischen Schriften gesammelt. In der Videoinstallation antworten vier Frankfurter Rabbiner und eine Rabbinerin auf ethische Fragen der Gegenwart.

Auch heute führen Rabbiner und Rabbinerinnen diese Diskussionen fort. Das liberale und das Reformjudentum passen die Auslegungen stärker der jeweiligen Zeit an, während die Orthodoxie die Gebote als göttlich offenbart und damit unveränderbar betrachtet. Dennoch werden aktuelle Herausforderungen auch in der orthodoxen Auslegung diskutiert und berücksichtigt. Konservative Juden halten an Traditionen fest, solange sie den Bedürfnissen der modernen Zeit nicht widersprechen. Oft unterscheiden sich die Positionen der verschiedenen Strömungen grundlegend, aber manchmal kommen sie auch zu denselben Ergebnissen.

Über die Jahrhunderte hinweg beantworteten Rabbiner die Fragen, wie bestimmte Dinge im Alltag zu regeln seien. Ihre Antworten werden als rabbinische Responsen veröffentlicht. Heute kann man diese Frage-Antwort-Praxis auch online finden: "Ask the Rabbi!"

Wer ist wer?

Rabbiner Avichai Apel
Rabbiner Avichai Apel

Rabbiner Avichai Apel

1975 in Jerusalem/Israel geboren
Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt
Vorstandsmitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD)

"Mein Ziel ist es, der Tora und den Mizwot (den Geboten) treu zu bleiben, aber die modernen Entwicklungen nicht zu ignorieren. Die Kombination aus beidem entwickelt die Welt weiter. Das Land Israel hat für mich eine große Bedeutung."

 

Rabbinerin Elisa Klapheck
Rabbinerin Elisa Klapheck

Rabbinerin Prof. Elisa Klapheck

1962 in Düsseldorf geboren
Rabbinerin der liberalen Synagogengemeinschaft "Egalitärer Minjan" in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt

"In der Tradition des liberalen Judentums zu stehen, bedeutet für mich, meine Religion in der modernen Gesellschaft zu verankern. Als emanzipierte Frau will ich sie gleichberechtigt mitgestalten können."

Rabbiner Shlomo Raskin
Rabbiner Shlomo Raskin

Rabbiner Shlomo Raskin

1971 in Kiriat Malachi/Israel geboren
Seelsorger im Altenzentrum und Mitarbeiter im Rabbinat der Jüdischen Gemeinde Frankfurt

"Ich gehöre zur chassidischen Gruppe Chabad und führe die Kette meiner Vorfahren weiter. Ich empfinde mein Judentum nicht als Joch, sondern lebe es mit großer Freude und Überzeugung."

Rabbiner Julian-Chaim Soussan
Rabbiner Julian-Chaim Soussan

Rabbiner Julian-Chaim Soussan

1968 in Schluchsee geboren
Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt
Beiratsmitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD)

"Eigentlich mag ich den Begriff 'modern' nicht so sehr, er suggeriert etwas Positives und grenzt das Vorher als veraltet ab. Modern orthodox zu sein bedeutet für mich jedoch, die Gebote in einem tradierten Sinn einzuhalten, sie aber auch in der gegenwärtigen Lebenswelt zu betrachten und mit Freude anzuwenden."

Rabbiner Andrew Steiman
Rabbiner Andrew Steiman

Rabbiner Andrew Steiman

1958 in New York/USA geboren
Rabbiner des Elternheims der Henry und Emma Budge-Stiftung

"Am liebsten sehe ich mich als traditionell-jüdisch, bisweilen auch als unorthodox orthodox."