Gemälde von Jakob Nussbaum, Frankfurter Osthafen, 1926

Unser Engagement

Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt

Das Jüdische Museum in Frankfurt am Main ist das erste eigenständige Museum der Bundesrepublik Deutschland, das mit dem Auftrag gegründet wurde, jüdische Kulturen in Geschichte und Gegenwart erfahrbar zu machen. Es sammelt, bewahrt und erforscht Kulturgüter und Zeugnisse, die mit der jüdischen Geschichte Frankfurts verbunden sind. Mit seinen international wahrgenommenen Ausstellungen, seiner überregionalen Bildungsarbeit und seinen digitalen Angeboten fördert das Jüdische Museum das allgemeine Verständnis von jüdischer Geschichte und Kultur und stärkt das gesellschaftliche Klima von Toleranz und Liberalität in der Stadt Frankfurt.

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Museum in allen Aspekten seiner Arbeit grundlegend zu unterstützen. Ein Schwerpunkt unseres Engagements liegt auf der Förderung des Erneuerungsprozesses, der die Erweiterung der Sammlung, die Umsetzung einer digitalen Strategie und die Realisierung eines zeitgemäßen Ausstellungs- und Bildungsprogramms umfasst.

Ludwig Landmann Preis

Verleihung Ludwig-Landmann Preis 2021
Preisübergabe an die Tochter von Saul Friedländer, Michal Friedländer durch den ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Andreas von Schoeler, mit Joschka Fischer, Oberbürgermeister Peter Feldmann und Museumsdirektorin Prof. Dr. Mirjam Wenzel

Im Juli 2021 verlieh die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums erstmals den "Ludwig Landmann Preis für Mut und Haltung". Der Preis ist nach dem letzten demokratisch gewählten Frankfurter Oberbürgermeister vor der nationalsozialistischen Machtergreifung Ludwig Landmann benannt. Der mit € 10.000 dotierte Preis soll an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich einsetzen gegen Antisemitismus, für den Schutz von Minderheiten, Dialog und Verständigung zwischen unterschiedlichen Religionen, für die Vermittlung von jüdischer Kultur und Geschichte, für respekt- und wirkungsvolle Formen der Erinnerung an den Holocaust und für die Verteidigung des Existenzrechts des Staates Israel.

Erster Preisträger ist der Historiker Saul Friedländer. Er erhält den Preis für sein Lebenswerk.

Medienfassade für das neue Jüdische Museum

Medienfassade am neuen Jüdischen Museum
Auf der Medienfassade informiert das Museum über aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen.

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums hat die Finanzierung der Medienfassade sichergestellt. Der Förderverein freut sich, dass durch sein Engagement  heute auf der dem Schauspiel zugewandten Nordseite des Lichtbaues bunte Bilder auf laufende Ausstellungen, Veranstaltungen und zukünftige Aktionen des Museums aufmerksam oder einfach mit knappen Worten Lust auf einen Museumsbesuch machen.

Digitale Strategie

Das Jüdische Museum hat eine digitale Strategie entwickelt, die eine systematische Erweiterung der Museumsaktivitäten in den digitalen Raum vorsieht. Neben einem Ausbau der Kommunikation in den Sozialen Medien umfasst diese Strategie auch die Digitalisierung der Sammlung, die zu Forschungszwecken weitgehend online zugänglich gemacht wurde. Im Zentrum der digitalen Strategie steht die Entwicklung neuer Vermittlungsformate, die den realen mit dem virtuellen Raum, den Ausstellungsbesuch, den Stadtspaziergang und das Surfen im Internet miteinander verbinden. Zu diesem Zweck bedarf es im neuen Jüdischen Museum einer besonderen IT-Infrastruktur. Die Gesellschaft der Freunde und Förderer hat diese Infrastruktur ermöglicht.

Hanns Ludwig Katz, Frankfurt am Main bei Nacht (um 1930/33)

Ölgemälde von Hanns Katz. Frankfurt bei Nacht
Hanns Ludwig Katz „Frankfurt am Main bei Nacht“. Um 1930/33 Öl auf Holz. 70,2 × 59,7 cm

Das Jüdische Museum Frankfurt hat 1992 den Künstler Hanns Ludwig Katz und sein Werk neu entdeckt und in einer retrospektiven Ausstellung präsentiert. Das Bild „Frankfurt am Main bei Nacht“  zeigt eine der seltenen Nachtansichten Frankfurts und ist in seiner Expressivität und Dynamik ein herausragendes Beispiel für das Schaffen des Künstlers. Ähnlich wie die Arbeiten von Max Beckmann weist seine Kunst in dieser Zeit – nach expressionistischen Anfängen – eine Nähe zur Neuen Sachlichkeit und zum magischen Realismus auf. Dass sich Hanns Ludwig Katz dabei aber einen ganz eigenen Stil bewahrte, dafür ist „Frankfurt am Main bei Nacht“ ein eindrucksvolles Beispiel.

Durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums konnte der Ankauf dieses Gemäldes getätigt werden.

Aufbau eines Jakob Nussbaum-Archivs

Jakob Nussbaum, Mainufer mit Blick auf die Alte Brücke, Frankfurt 1903
Ölgemälde von Jakob Nussbaum, Mainufer mit Blick auf die Alte Brücke, Frankfurt 1903

Mit bürgerschaftlichem Engagement und mit Unterstützung der Gesellschaft der Freunde und Förderer konnte das Jüdische Museum einige bedeutende Gemälde wie auch große Teile des Nachlasses aus Privatbesitz erwerben. Der Nachlass von Jakob Nussbaum besteht aus Briefen, Dokumenten und Fotos sowie etwa 200 Blei- und Tusche-Zeichnungen sowie Aquarellen, die Jakob Nussbaum während seiner Studienzeit und in den Frankfurter Jahren anfertigte. Das Jakob Nussbaum Archiv ermöglicht zukünftigen Generationen, einen umfassenden Einblick zu gewinnen in das Schaffen und Denken des bedeutendsten jüdischen Künstlers der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Wettbewerb zur Realisierung der Skulptur „Untitled“ von Ariel Schlesinger auf dem Museumsvorplatz

Ariel Schlesingers Skultpur "Untitled" (2019) auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums Frankfurt
Ariel Schlesingers Skultpur "Untitled" (2019) auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums Frankfurt. Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museum ermöglichte die Durchführung eines geschlossenen Wettbewerbs, zu dem fünf renommierte Künstlerinnen und Künstler eingeladen wurden. Ziel war die Realisierung eines Kunstwerks von prägender Gestalt auf dem Museumsvorplatz zwischen dem Rothschild-Palais und dem Neubau des Jüdischen Museums. Eine international besetzte Jury traf einstimmig die Entscheidung, dass der israelische Künstler Ariel Schlesinger seinen Entwurf für eine aufsehenerregende Skulptur realisieren soll. Schlesingers Kunstwerk "Untitled" besteht aus zwei ineinander verschränkten Skulpturen, die ein- und demselben Baum abgenommen und in Aluminium gegossen wurden. Eines dieser beiden Baumskelette schwebt leicht über dem Boden, während das andere seine Wurzeln kopfüber dem Himmel entgegenstreckt und mit seinen Ästen mit der Krone des unteren Baums verwoben ist.


Die Realisierung des Kunstwerks erfolgte mit Unterstützung von Baron David und Baron Eric de Rothschild, des von der Familie geführten Bankhauses Rothschild & Co sowie des Stuttgarter Unternehmers Klaus Mangold.

Henri Matisse, Le Mur Rose (1898)

Henri Matisse: Paysage. Le mur rose, 1898
Ölgemälde von Henri Matisse: Paysage. Le mur rose, 1898

In der Ausstellung "Raub und Restitution", die in Kooperation zwischen den Jüdischen Museen in Berlin und Frankfurt entstand, wurde im Jahre 2009 ein Bild von Henri Matisse gezeigt. Das Bild gehörte ursprünglich der jüdischen Frankfurter Industriellenfamilie Fuld. Das Bild wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Besitz von Kurt Gerstein gefunden und ging in die Sammlung des Pariser Musée National d’Art Moderne über, die es an die Erben von Fuld restituierten. Als sich herausstellte, dass die nunmehr rechtmäßigen Eigentümer bereit waren, das Bild an das Jüdische Museum Frankfurt am Main zu verkaufen, engagierte sich die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums dafür, diesen Ankauf zu ermöglichen.

Durch großzügige Spenden der BHF-Bank, der BHF-Bank-Stiftung und eine Spende des Vorstandsmitgliedes der BHF-Bank Dietmar Schmid sowie durch Mittel des Fördervereines konnte ein Drittel der Kaufsumme gesammelt werden. Die beiden anderen Drittel kamen von der Hessischen Kulturstiftung sowie aus dem Margarethe und Gustav Kober Nachlass. Das Bild ist in der neuen Dauerausstellung zu sehen.

Engagement zur Erweiterung des Jüdischen Museums

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums engagierte sich in besonderem Maße für die Erweiterung des Jüdischen Museums. Der politische Wille zur baulichen Erweiterung konnte durch private Spenden erheblich gefördert werden. Zu diesem Zweck haben wir einen speziellen Spendenaufruf initiiert und konnten einige Förderer gewinnen, die in der mäzenatischen Tradition Frankfurter Bürgertums mithelfen wollten, dieses große Projekt zu realisieren. Herausragendes Engagement wurde durch namentliche Nennung in einzelnen Räumen sowie auf einer Spendertafel im Eingangsbereich des Museums gewürdigt. Darüberhinaus unterstützten wir das Museum darin, seinen Erneuerungsprozess während des Umbaus in neuartiger Form öffentlich zur Diskussion zu stellen.. Deshalb haben wir das Pop Up Boat, das Pop Up Monument und das Open House Event mitgefördert.

Darüberhinaus engagiert sich die Gesellschaft der Freunde und Förderer etwa für folgende Aktivtäten des Jüdischen Museums:

  • Ausbau des Ludwig Meidner Archivs    
  • Aufbau eines Sammlungsschwerpunkts mit zeitgenössischen Judaica
  • Aufbau einer Sammlung zu jüdischen Kulturen der Gegenwart
  • Realisierung eines Audio- bzw. Mediaguides