Do. 12.02.26 / 19:00 Uhr

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Frankfurt, Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main
Schon viele Generationen fasziniert die Figur des Golem, die auf die Legende des Maharal von Prag zurückgeht und im 18. Jahrhundert als menschenähnliches Wesen aus Ton Gestalt angenommen hat. Der Golem wird durch mystische Rituale und die Rezitation heiliger Texte zum Leben erweckt, oft mit dem Ziel, seinen Schöpfer zu beschützen oder bestimmte Aufgaben zu erfüllen.
In unserer Kabinettausstellung „Hin- / Zu- / Anwendung“ konnten Besucherinnen und Besucher mit dem Golem „Seventynine“, einer interaktiven Medienskulptur, interagieren. Nun holen wir den Golem auf die Bühne: In der szenischen Collage „golem.ai“ begegnen sich literarische Texte aus drei Jahrhunderten – unter anderem von Clemens Brentano, Egon Erwin Kisch, Mirjam Pressler und Martin Vopěnka – und verweben sich zu einem poetisch-philosophischen Bühnenereignis. Der ursprünglich zum Schutz der jüdischen Bevölkerung geschaffene Golem aus Lehm trifft hier auf sein digitales Echo: eine künstliche Intelligenz – Aleph –, die über ihre Möglichkeiten und Gefahren reflektiert. Die Inszenierung lädt das Publikum ein, neu über die Grenzen des Machbaren nachzudenken – und zeigt, wie eine uralte Legende im Zeitalter der KI an Brisanz gewinnt.
In der szenischen Lesung hören Sie den Schauspieler und Synchronsprecher Wolfgang Wagner sowie die Schauspielerin Katharina Groth. Klangkünstler und Elektronikmusiker Wolfram Spyra bettet das Bühnengeschehen live in meditative, atmosphärische Soundlandschaften ein.
Karten erhalten Sie über unseren Onlineshop; ggf. sind Restkarten an der Museumskasse erhältlich. Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €.
Eine Aufführung des „Deutschen Kulturforums östliches Europa“ Termin speichern Anfahrt