Joan Snyder, Our Foremothers (Unsere Urmütter)
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Die weibliche Seite Gottes

Visuelle Darstellungen einer verdrängten Tradition / 20.10.2020 - 14.02.2021

Die Ausstellung begibt sich auf die Suche nach der "weiblichen Seite Gottes" in den drei monotheistischen Religionen. Von archäologischen Figurinen über mittelalterliche Bibelillustrationen und Madonnenbilder der Renaissance, spannt sie einen kulturgeschichtlichen Bogen hin zu Interpretationen zeitgenössischer Künstler*innen.

In der polytheistischen Welt des Alten Orients war die Vorstellung einer Existenz weiblicher Gottheiten weit verbreitet. Auch bei der Herausbildung des biblischen Monotheismus spielten sie noch eine gewisse Rolle, wurden allerdings zunehmend aus der rituellen Praktiken des antiken Judentums verdrängt. An die Stelle einer göttlichen Partnerin, von der archäologische Funde und schriftliche Zeugnisse sprechen, trat die Vorstellung einer weiblichen Seite Gottes.

Bildende Kunst und religionsgeschichtliche Zeugnisse

Aschera-Figur mit fast vollständig erhaltener Bemalung, Judäa, Eisenzeit, 750–620 v. u. Z.
Aschera-Figur mit fast vollständig erhaltener Bemalung, Judäa, Eisenzeit, 750–620 v. u. Z., Gebrannter Ton, Reste weißer, rotbrauner und gelber Bemalung. Sammlung Dr. David und Jemima Jeselsohn, Zürich

Den Ausgangspunkt der Ausstellung "Die weibliche Seite Gottes" bilden archäologische Artefakte aus dem Alten Orient, die weibliche Gottheiten darstellen. Auch die hebräische Bibel schreibt weiblichen Figuren an verschiedenen Stellen besondere Kräfte zu. Als unmittelbar göttlich gilt dabei vor allem die "Schechina". Sie wird im rabbinischen Judentum als "Einwohnung Gottes auf Erden" verstanden und von der jüdischen Mystik als eine schöpferische Facette des einen Gottes beschrieben. Sie bildet das Zentrum der Ausstellung, die im Spiegel der zeitgenössischen Kunst die Wiederentdeckung der weithin unbekannten Tradition weiblicher Gottesvorstellungen thematisiert. Neben Arbeiten zeitgenössischer Künster*innen sind Werke aus der Renaissance bis zur Moderne zu sehen. Daneben präsentiert die Ausstellung auch religiöse Zeugnisse und Schriften, zeremonielle Gegenstände und Textilien von kulturhistorischer Bedeutung wie auch aktueller Relevanz.

Symposion und Katalog

Die Ausstellung "Die weibliche Seite Gottes" wird von Dr. Felicitas Heimann-Jelinek und Dr. Michaela Feuerstein-Prasser in Zusammenarbeit mit Dr. Eva Atlan kuratiert und baut auf der gleichnamigen Präsentation im Jüdischen Museum Hohenems aus dem Jahr 2017 auf. Ein gleichnamiges Symposion vom 19. bis 21. Januar 2020 an der Goethe Universität Frankfurt stellt vorbereitend neueste interdisziplinäre Forschungsergebnisse im Rahmen des LOEWE Forschungsschwerpunkts "Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten" vor. Zur Ausstellung im Oktober 2020 erscheint ein deutsch-englischer Begleitband.

Dank

Die Ausstellung wird durch größzügige Unterstützung der Art Mentor Foundation Lucerne und des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ermöglicht.

Eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems.

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt

Heute geschlossen

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Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main

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