"Der Zug R bleibt mein Wappen" oder: Wie Jüdisch war die Berliner Romantik?

Ein Gespräch über Rahel Varnhagen von Ense zu ihrem Gedenktag Mit Nikolaus Gatter und Heide Volkening, Moderation: Tilman Spreckelsen

Di. 18.05.21 / 19:00 Uhr

Rahel Varnhagen © 1800 Stadtbibliothek Berlin
Rahel Varnhagen © 1800 Stadtbibliothek Berlin

Veranstaltungsort: Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe-Museum,, Großer Hirschgraben 23-25, 60311 Frankfurt am Main

Geboren vor 250 Jahren, unter vielen Namen berühmt: Ralle oder Rählchen, der Familie Levin zugehörig, die später Robert-Tornow hieß, Friederike und Antonie, verheiratete Madame Varnhagen von Ense. Als Genie der Geselligkeit lud Rahel Dichterinnen und Adlige, Franzosen und Russen, Juden und Christen, Diplomaten und Schauspielerinnen zu abendlichen Tees ein. Texte, mit denen sie die Widersprüche ihrer Existenz auslotet, zeichnete sie zu Lebzeiten mit „Ungenannt“. Erst ihr Witwer gab ‚Rahel. Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde‘ (1833/34) heraus: „Aus meinen Briefen und Papieren genommen; die nie anderes Tageslicht, als das, wo sie geschrieben waren, vermutheten.“ Wenig lag ihr daran, dass ihre Schriften gedruckt werden, allein Goethe sollte sie sehen. 1824 sandte sie ihr Manuskript nach Weimar. Erst nach mehrmaligem Hineinsehen fühlte Goethe sich angelockt, „von vorn bis zum Ende den eignen Gang zu sehen, den eine solche Natur einschlagen mußte“. Denn, wie Rahel formulierte: „Ein Stein kann eine Geschichte haben, aber nur eine Kreatur mit Bewußtsein ein Schicksal. Die meisten Menschen haben nur eine Geschichte.“

Es diskutieren Dr. Heide Volkening (Universität Greifswald) und Dr. Nikolaus Gatter (Varnhagen Gesellschaft e. V .), moderiert von F.A.Z.-Redakteur Tilman Spreckelsen.

Eintritt frei

In Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift Termin speichern Anfahrt