Frauen mit Kinderwägen aus dem DP-Lager Landsberg, 1945-50
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Unser Mut

Juden in Europa 1945-48 / 05.04.2020 - 15.09.2020

Im Mittelpunkt der ersten Wechselausstellung zur Wiedereröffnung des Jüdischen Museums stehen jüdische Erfahrungen von Flucht und Vertreibung im Europa der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die Schau bespielt das gesamte neue Wechselausstellungs-Areal im Untergeschoss des neuen, von Staab Architekten entworfenen Lichtbaus.

Von Białystok über Frankfurt nach Amsterdam, von Berlin über Budapest nach Bari: Das Jüdische Museum Frankfurt ist das erste Museum weltweit, das die jüdische Zeitgeschichte in den Jahren nach der Schoa in einer gesamteuropäischen Perspektive beleuchtet.

Frauen mit Kinderwägen aus dem DP-Lager Landsberg, 1945-50
Frauen mit Kinderwägen aus dem DP-Lager Landsberg, 1945-50, Foto: United States Holocaust Memorial Museum, Washington, DC

Die Ausstellung beginnt mit einem Blick zurück und erinnert daran, dass Europa vor der Schoa der wichtigste jüdische Kontinent war. Und sie zeigt mithilfe von ausgewählten Städten, einzelnen Lebenserzählungen und eindrucksvollen Objekten, wie schnell und aktiv die Überlebenden in einem von Krieg und neuen Grenzen geprägten Europa ihr Schicksal selbst in die Hand nahmen: Sie suchten ihre überlebenden Familienangehörigen und erarbeiteten neue Netzwerke.  Sie versuchten zerstörte jüdische Gemeinden wieder aufzubauen oder sich für die Ausreise in außereuropäische Länder vorzubereiten. Sie dokumentierten nationalsozialistische Verbrechen und kämpften gegen den Antisemitismus, der ihnen bei der Rückkehr an ihre vormaligen Wohnorte und andernorts entgegenschlug.  

Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise Europas fokussiert die Ausstellung auf die unmittelbare Nachkriegszeit als Geburtsstunde der europäischen Idee und zeigt, wie sich diese in den Biographien überlebender Jüdinnen und Juden abzeichnet. Und sie macht deutlich, dass in der Nachkriegszeit unter anderem von jüdischen Emigrantinnen und Emigranten völkerrechtliche Begriffe, Perspektiven und Abkommen entwickelt wurden, die bis heute gültig sind.

Konferenz und Katalog

Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, dem Fritz Bauer Institut und der Goethe-Universität veranstaltete das Jüdische Museum im Dezember 2017 die Konferenz "Building from Ashes. Jews in Postwar Europe (1945-1950)". 15 internationale Wissenschaftler*innen präsentierten dabei ihre Forschungen zu jüdischem Leben in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Ausstellungskatalog baut auf dieser Konferenz auf und präsentiert zehn wissenschaftliche Beiträge, mehrere Stadt- und Personenporträts sowie zahlreiche Abbildungen. Er erscheint im Verlag De Gruyter sowohl in einer deutschen als auch in einer englischen Version.

Dank

Ausstellung, Konferenz und Katalog werden gefördert von:
Daimler
Kulturstiftung des Bundes
Hessische Kulturstiftung
Hannelore Krempa Stiftung
Nicolaus und Christiane Weikert
Stiftung Polytechnische Gesellschaft
European Association for Jewish Studies

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt

Heute geschlossen

  • Eintrittspreise noch offen

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Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main

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