Jüdische Geschichte und Gegenwart des Völkerrechts - AUSVERKAUFT! Es sind keine Anmeldungen mehr möglich.

Alexandra Kemmerer, Prof. Omri Boehm und Dr. Ronen Steinke im Gespräch mit Prof. Mirjam Wenzel

Mo. 13.10.25 / 19:00 Uhr

Nürnberger Prozesse, Blick in den Verhandlungssaal am 30. September 1946, links die Angeklagten. Foto: Bundesarchiv
Nürnberger Prozesse, Blick in den Verhandlungssaal am 30. September 1946, links die Angeklagten. Foto: Bundesarchiv

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Frankfurt, Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main

Die Entstehung des Völkerrechts wurde maßgeblich von jüdischen Juristen geprägt. Angesichts der Schoa formulierten sie internationale Rechtsnormen, die die präzedenzlosen Verbrechen der Nationalsozialisten beschreiben und ahnden sowie deren Wiederholbarkeit entgegentreten sollten. Inwieweit knüpften sie dabei an jüdisches Rechtsdenken an? Und worin bestehen die universalen Rechtsnormen, die Raphal Lemkin, Hersch Lauterpacht und Jacob Robinson nationalem Recht überordnen wollten?

Mit dem Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess 1945/46 wurden diese Normen erstmals zur Grundlage von internationaler Rechtsprechung und mit der „Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes“ 1951 als internationales Recht in Kraft gesetzt. Seit 2024 ermittelt der Internationale Gerichtshof (IStGH) in Den Haag nun gegen die israelische Regierung wegen des Verdachts auf Völkermord und hat einen internationalen Haftbefehl gegen Premierminister Benjamin Netanjahu erlassen. Was bedeuten diese Ermittlungen für Jüdinnen und Juden in der Diaspora? Wie lässt sich die Aporie zwischen Völkerrechtsnormen und dem Selbstverteidigungsrecht Israels überwinden? Über diese und weitere Fragen diskutiert Prof. Mirjam Wenzel an diesem Abend mit:

Alexandra Kemmerer, Juristin und Publizistin, die das Berliner Büro des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht leitet;

Prof. Omri Boehm, Associate Professor für Philosophie und Chair of the Philosophy Department an der New School for Social Research in New York, der in Israel geboren und aufgewachsen ist und u. a. mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet wurde;

Dr. Ronen Steinke, leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung, promovierter Völkerstrafrechtler und Lehrbeauftragter an der juristischen Fakultät der Goethe-Universität, der u. a. für sein Buch „Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich – Die neue Klassenjustiz“ den Otto Brenner Preis erhalten hat.

Eintritt 15 €, ermäßigt 10 €. Für die Teilnahme bitten wir um Platzreservierung per E-Mail an veranstaltungen.jmf@stadt-frankfurt.de

In Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums

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