Do. 25.09.25 / 19:00 Uhr

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Frankfurt, Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main
Die Journalistin Dr. Martha Wertheimer und der Komponist Erich Riede schufen 1929 gemeinsam den Operneinakter „Riccio“, der in Offenbach bei Johann André verlegt wurde. Das Werk gelangte erst 1947 zur Uraufführung – fünf Jahre nach der gewaltsamen Deportation und Ermordung Wertheimers. 78 Jahre nach seiner Premiere und 75 Jahre nach der letzten Inszenierung erfährt die Oper am 9. November 2025 ihre erstmalige konzertante Wiederaufführung im Capitol Theater Offenbach.
Erich Riede absolvierte sein Musikstudium am Dr. Hoch’schen Konservatorium und war schon in jungen Jahren am Metropolitan Opera House in New York tätig. Trotz seiner Homosexualität gelang es ihm, während des Nationalsozialismus von mehreren Bühnen als Kapellmeister engagiert zu werden. Dabei mag auch seine NSDAP Parteimitgliedschaft eine Rolle gespielt haben. Martha Wertheimer hingegen wurde 1933 als Redakteurin der Offenbacher Zeitung (heute Offenbach-Post) entlassen und war in den folgenden Jahren vor allem für den jüdischen Kulturbund und das Israelitische Familienblatt tätig. Nach dem Novemberpogrom widmete sie sich schließlich gänzlich anderen Aufgaben: Sie organisierte die Emigration von jüdischen Kindern aus Frankfurt.
Dr. Ralph Philipp Ziegler, Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Capitol Symphonie Orchesters in Offenbach gibt einen Einblick in das Leben und Wirken von Erich Riede. Der Jurist und Historiker Dieter Eckhardt berichtet über die dreißigjährige Forschung seiner 2024 verstorbenen Frau Hanna zu Martha Wertheimer. Der Komponist und Pianist Olaf Joksch-Weinandy umrahmt den Abend musikalisch. Die Moderation übernimmt Anna-Fee Neugebauer vom Kulturmanagement der Stadt Offenbach.
Karten erhalten sie in unserem Onlineshop, ggf. sind Restkarten an der Museumskasse erhältlich. Einritt 10 €, ermäßigt 5 €.
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