Ausstellungsvorschau

Rache

Geschichte und Fantasie / 17.03.2022 - 17.07.2022

Von Gott zu Quentin Tarantino: Eine außergewöhnliche Ausstellung nimmt erstmals den Topos "Rache" in der jüdischen Kulturgeschichte in den Blick. Die Schau spannt einen Bogen von biblischen Erzählungen über rabbinische Schriften, judenfeindliche Mythen und jüdische Legenden bis hin zu populärkulturellen Erzählungen. In ihrem Zentrum stehen Zeugnisse der Ermordeten, die Rache für das Verbrechen der Schoa einfordern.

Baseballschläger des Bear Jew aus "Inglourious Basterds", Originalrequisit, Jüdisches Museum Wien, Foto © Lukas Pichelmann
Baseballschläger des Bear Jew aus "Inglourious Basterds", Originalrequisit, Jüdisches Museum Wien, Foto © Lukas Pichelmann

Die Ausstellung „Rache: Geschichte und Fantasie“ präsentiert verschiedene Formen der Selbstermächtigung über die Jüdinnen und Juden zugefügte Gewalt. Sie beginnt mit einer Requisite aus Quentin Tarantinos Film "Inglourious Basterds" und endet mit einer Videoinstallation zu popkulturellen Rachedarstellungen. Dazwischen entwickelt sie einen Parcours, der zwischen historischen Geschichten und kulturellen Erzählungen oszilliert. Neben rächenden Figuren in der hebräischen Bibel geht der Rundgang sowohl auf rabbinische Schriften wie auch auf judenfeindliche Verschwörungsmythen ein. Er thematisiert Legendenfiguren wie Lillith und Golem ebenso wie jüdische „Outlaws“, die sich als Piraten und Räuber oder „Kosher Nostra“ organisieren. Zentrum des Rundgangs bilden die wenigen historischen Racheakte, die Jüdinnen und Juden an Repräsentanten des Nationalsozialismus verüben.

Gemischte Gefühle und Mixed Media

Gustave Doré, Der Tod Samsons, 1866, Holzstich, Illustration zur Bibel, Jüdisches Museum Frankfurt
Gustave Doré, Der Tod Samsons, 1866, Holzstich, Illustration zur Bibel, Jüdisches Museum Frankfurt

Die Ausstellung präsentiert historische Dokumente und Fotos, Werke der Bildenden Kunst, zeremonielle Gegenstände und jüdische Schriften, graphische Literatur, Film- und Videoarbeiten in einer szenischen Ausstellungsarchitektur. Sie mündet in einem Archiv-und Bar-Raum, in dem Graphic Novels und literarische Erzählungen, Videospiele und Fernsehserien, sozial- und geisteswissenschaftliche Texte zu finden sind. Besucher*innen können an der Bar mit den Ausstellungsmacher*innen sowie mit Künstler*innen ins Gespräch kommen, welche die Ausstellung im Rahmen eigens ausgeschriebener Residencies weiterentwickeln und kommentieren.

Begleitprogramm und -publikation

Ideengeber der Ausstellung ist der Lyriker und Publizist Dr. Max Czollek. Zusammen mit Museumsdirektorin Prof. Dr. Mirjam Wenzel und Kurator Erik Riedel gibt er auch die Publikation zur Ausstellung im Hanser-Verlag heraus. Ein umfangreiches kulturelles Programm mit Konzerten, szenischen Lesungen und Performances begleitet die Ausstellung. Zu Beginn findet ein wissenschaftliches Symposium zum Thema „Un-/Versöhnlichkeit – Kritische Erinnerungskulturen der dritten Generation” in Kooperation mit dem DFG-geförderten Nachwuchsforscherinnen und –forscher-Netzwerk „3G Positionen der dritten Generation nach Zweitem Weltkrieg und Shoah“ statt.

Dank

Die Ausstellung wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Das kulturelle Bildungsprogramm ermöglicht die Art Mentor Foundation Lucerne.

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt

Heute geöffnet: 10:00 – 18:00

  • Museumsticket (Dauerausstellung Jüdisches Museum+Museum Judengasse) regulär/ermäßigt
    12€ / 6€
  • Kombiticket (Wechselausstellung + Museumsticket) regulär/ermäßigt
    14€ / 7€
  • Wechselausstellung regulär/ermäßigt
    10€ / 5 €
  • Frankfurt Pass/Kulturpass/Geflüchtete
    1€
  • Am letzten Samstag des Monats
    Frei
  • (ausgenommen Teilnehmer gebuchter Führungen)

  • Eintritt nur Gebäude (FLOWDELI/Museumshop/Bibliothek)
    Frei
  •  

  • Freien Eintritt genießen:

  • Mitglieder des Fördervereins

  • Geburtstagskinder jeden Alters

  • Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

  • Studenten der Goethe-Uni / FH / HfMDK

  • Inhaber von Museumsufer-Card oder Museumsufer-Ticket (deren Gültigkeit wurde automatisch um die Schließzeit im Lockdown verlängert)

  • Mitglieder von ICOM oder Museumsbund

  •  

  • Ermäßigung genießen:

  • Studenten / Auszubildende (ab 18 Jahren)

  • Menschen mit Behinderung ab 50 % GdB (1 Begleitperson frei)

  • Wehr- oder Zivildienstleistende / Arbeitslose

  • Inhaber der Frankfurt Card

Link zum Standort Link zum Standort

Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main

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