
Was bedeutet Familie: Eine Gruppe von Menschen, die miteinander verwandt sind? Ein Freundeskreis, in dem alle dasselbe Lebensgefühl teilen? Eine Schicksalsgemeinschaft? Oder die Community, die in der kreativen Zusammenarbeit entsteht?
Der Musiker Mike D hat auf diese Fragen eine Antwort. Sie hängt mit der Geschichte seiner Band, den Beastie Boys, zusammen: „Wir konnten all dies nur dank der großartigen Menschen erreichen, denen wir begegnet sind und mit denen wir zusammengearbeitet haben.“ Mit ihrem Crossover aus Jazz, Punk und Hip Hop sowie Musik, Mode und Kunst wurden die drei jüdischen Jungs aus New York zu internationalen Stars.
Aus Gesprächen mit Mike D über Familie, Herkunft, Gemeinschaft und künstlerische Zusammenarbeit hat das Jüdische Museum gemeinsam mit Atelier Markgraph und der IMA Clique das interdisziplinäre Projekt MISHPOCHA entwickelt – ein Plädoyer für die Kraft des kreativen Miteinanders. Es findet im Rahmen des World Design Capital-Jahres in Frankfurt und der Rhein Main-Region statt, die unter dem Motto „Design for Democracy: Atmospheres for a Better Life“ steht.
MISHPOCHA. The Art of Collaboration deutet den jiddischen Begriff „Mischpoche“ neu – als ein Plädoyer für die Kraft des kreativen Miteinanders. Das Projekt basiert auf einer interdisziplinären Zusammenarbeit und lässt neue soziale und kulturelle Räume für künstlerische Experimente entstehen.
Den Kern des Projekts bildet eine Ausstellung mit zeitgenössischen Kunstwerken und Installationen – bunt, popkulturell und interaktiv. Zu sehen sind Arbeiten von Tammy Rae Carland, Ira Eduardovna, Jennifer Finch, Jan Ove Hennig, Daniel Herrmann, Jessica Ostrowicz, Deborah Kass, Alica Khaet, Sandra Mann, Beatrice Moumdjian, Geoff McFetridge, Hetain Patel, Nirit Takele, Mika Väisänen, Shimon Wanda, Fabian Werfel sowie eine Weiterentwicklung des fotografischen Essays „Mischpoche“ von Jan Zappner.
Ergänzt wird die Ausstellung durch ein vielfältiges MISHPOCHA-Programm mit Open Stages, Workshops, Konzerten, Performances, Gesprächen, gemeinsamen Essen, zwei Satellitenausstellungen und dem MISHPOCHA MAG.
MISHPOCHA AUSSTELLUNG
Die Ausstellung eröffnet mit einer eigens entwickelten Soundinstallation, die die vielfältigen Bedeutungen und Assoziationen des Wortes „Mischpoche“ (jiddisch für Familie) erfahrbar macht. Zu hören sind verschiedene Stimmen, die in verschiedenen Sprachen auf die Fragen antworten: Was bedeutet Mischpoche? Welchen Stellenwert hat Familie in Eurem Leben? Welche Erfahrungen und Vorstellungen verbindet Ihr mit dem Wort?
ROOTS
Der zweite Raum präsentiert Zeichnungen, Gemälde, Konzeptkunst, Fotografien und Videoarbeiten, die sich mit Familiengeschichten beschäftigen. Die zeitgenössischen Arbeiten kreisen um Erinnerungen an Migration und Flucht, um Fremdheit, neue Sprachen und die Suche nach einem Ort, der ein Zuhause sein kann. Auch Verlusterfahrungen – etwa von Mutter oder Großmutter – sowie Erinnerungs- und Erbstücke spielen in den Werken eine Rolle. Sie berühren universelle Fragen von Herkunft, Zugehörigkeit und Erinnerung.
MIX
Der größte Raum der Ausstellung ist eine Explosion der Sinne. Er besteht aus einer interaktiven Multimedia-Installation, die in das Lebensgefühl verschiedener musikalischen Subkulturen eintaucht. Großflächige Projektionen und eindringlicher Sound machen Punk, die Riot Grrrl-Bewegung, Techno und Hip-Hop erfahrbar. Diese Szenen stehen für mehr als musikalische Stile: Sie formen Gemeinschaften, stellen Fragen nach Identität und Haltung und haben kulturelle wie gesellschaftliche Entwicklungen entscheidend beeinflusst.
PLAY

Der letzte Raum lädt zum gemeinsamen Musikmachen ein. In konzentrierter Studio-Atmosphäre sind elektronische Pads und ein Mikrofon zu finden. Sie fordern die Besuchenden dazu auf, Sounds und Beats zu neuen Samples zusammen zu stellen und die Musik zu genießen. Das gemeinsamen Musikmachen am Ende des Ausstellungsrundgangs ermöglicht eine kreative Gemeinschaftserfahrung – das Entstehen einer neuen Mischpoche.
MISHPOCHA richtet sich an alle, die neugierig auf zeitgenössische Kunst, kulturelle Bewegungen und die Verbindung von Musik, Erinnerung und Gemeinschaft sind. Die Ausstellung eröffnet neue, manchmal überraschende Perspektiven und lädt dazu ein, das Museum als Ort des Austauschs, der Resonanz und des gemeinsamen Erlebens zu entdecken. Sie beginnt bereits auf dem Vorplatz des Museum mit einer Skulptur von Deborah Kass, die aus den Buchstaben Y und O besteht: OY? YO!
MISHPOCHA OPEN STAGE: THE ART OF COLLABORATION
Die Open Stage auf dem Vorplatz des Jüdischen Museums ist eine Plattform für kulturelle Bildung, künstlerische Praxis und demokratisches Miteinander. Sie macht kreative Stimmen sichtbar – in einer relaxten Atmosphäre für ein breites und diverses Publikum. Die OPEN STAGE steht allen offen: Musikgruppen & Bands, Tanzgruppen, MCs & Rapper:innen, DJs, Poetry-Slammer:innen, Schulbands, Jugendgruppen, Kollektive, freien Künstler:innen und partizipativen Projekten.
ZEITRAUM:
Vom 17.04.– 30.06.2026 und
01.– 27.09.2026 (Pause im Juli und August)
TECHNIK / AUSSTATTUNG:
Bühne im Format 4x4 m,
Sitzgelegenheiten und Sonnenschirme
SLOT-DAUER & ZEITEN:
Täglich von 10.00–18.00 Uhr frei verfügbar.
Freitag von 16.00–22.00 Uhr mit Anmeldung
Freitags stellen wir Euch technischen Support für Euren Auftritt zur Verfügung! Falls Ihr Interesse habt, an diesem Tag auf der Open Stage aufzutreten, dann meldet Euch bitte vorab an unter: veranstaltungen.jmf@stadt-frankfurt.de
Alle Infos findet Ihr im Flyer.
OPEN STAGE: THE ART OF COLLABORATION versteht sich als Einladung zur Zusammenarbeit, zur Begegnung und zur gemeinsamen Gestaltung von öffentlichem Raum durch Kunst, Kultur und kreative Praxis. Kein Platz auf unserer Bühne haben antisemitische, rassistische, sexistische, homophobe oder andere diskriminierende oder gewaltverherrlichende Inhalte.
MISHPOCHA MAG

Mishpocha Mag ist das Kulturmagazin, das unser Projekt begleitet. Ausgehend vom jiddischen Begriff Mischpoche reflektiert es in Bildern und Texten, was Familie mit Kunst und Musik verbindet. Mit Beiträgen von Aida Baghernejad, Dmitrij Kapitelman, Klaus Walter und Franziska Krah sowie einem Interview mit Mike D (Beastie Boys) lädt es dazu ein, Familie neu zu denken – als Sinnbild für künstlerische Beziehungen und Verbundenheit jenseits biologischer Familienstrukturen: Roundtable Interview “The Making of MISHPOCHA”
Das Mishpocha Mag kostet 10 Euro und ist in der Literaturhandlung im Jüdischen Museum Frankfurt sowie hier erhältlich.
MISHPOCHA PROGRAMM
Das Projekt wird von Konzerten, Artist-Talks, Performances, Vorträgen, Workshops, Gesprächen, Abendessen und Führungen begleitet:
Eine Übersicht über das Programm bietet dieser Flyer.
MISHPOCHA SATELLITENAUSSTELLUNGEN
Zwei Satellitenausstellungen an anderen Orten dehnen den Kosmos von MISHPOCHA ins Rhein Main-Gebiet aus.
MARCELO BRODSKY: MEMORY IN ACTION (26.03.2027-28.06.2026)
Das Kunsthaus Wiesbaden präsentiert mit “Memory in Action” eine Ausstellung mit alten wie neue Arbeiten des argentinischen Künstlers und Fotografen Marcelo Brodsky zum Thema Erinnerung, Gewalt und Solidarität. Internationale Bekanntheit erlangte Brodsky mit seiner Serie "Buena Memoria" (1997), die die Deportation und Ermordung einiger seiner Klassenkameraden und seines Bruders Fernando Brodsky während der Militärdiktatur in Argentinien thematisiert. Seine hier begonnene Form des ins Bild gesetzten Kommentars entwickelte er in mehreren Fotoessays weiter – etwa in den Serien "1968 – Das Feuer der Ideen", "Afrika im Kampf für die Freiheit", "Mandela" und "Der Kampf gegen Apartheid". Das Kunsthaus Wiesbaden präsentiert diese Serien zusammen mit neuen Arbeiten Brodskys, die sich auf das Werk von Joseph Beuys und Marcel Broodthaers beziehen.
UNTER DIE HAUT: TATTOOS IM BLICK (30.04.2026-13.09.2027)
Die Opelvillen Rüsselsheim zeigen mit „Unter die Haut. Tattoos im Blick“ eine Ausstellung mit Arbeiten von Künstler:innen, wie Jan Zappner und Sandra Mann, deren Arbeit ebenfalls Teil von MISHPOCHA sind und die ihre künstlerische Praxis im Tattoo erweitern. Ob Papier, Leinwand, Druckplatte oder menschliche Haut – stets ist die Zeichnung der Ausgangspunkt. Dreh- und Angelpunkt der umfangreichen Schau ist der fotografische Nachlass von Herbert Hoffmann (1919–2010), der Tätowierer und Porträtfotograf war. Weiterhin zu sehen sind aktuell tätowierende Künstler:innen, die eine Ausbildung an Kunstakademien absolvierten und Papiere ebenso nutzen wie Körperoberflächen – darunter auch Arbeiten von Jan Zappner, der ebenfalls Teil von MISHPOCHA ist.
MISHPOCHA DANKT
MISHPOCHA. The Art of Collaborationsteht unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein.
Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung des Projekts beim Kulturfonds Frankfurt RheinMain, bei World Design Capital, der Commerzbank-Stiftung, der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung, der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, bei dem Bankhaus Metzler, bei der Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith-Stiftung, bei der Fazit-Stiftung sowie bei der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums.
Wir freuen uns über die Medienpartnerschaft mit WELTKUNST und der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG.








Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt
Heute geöffnet: 10:00 – 20:00
- Museumsticket (Dauerausstellung Jüdisches Museum+Museum Judengasse) regulär/ermäßigt12€ / 6€
- Kombiticket (Wechselausstellung + Museumsticket) regulär/ermäßigt14€ / 7€
- Wechselausstellung regulär/ermäßigt10€ / 5 €
- Familienkarte20€
- Frankfurt Pass/Kulturpass1€
- Am letzten Samstag des MonatsFrei
(ausgenommen Teilnehmer gebuchter Führungen)
- Eintritt nur Gebäude (Life Deli/Museumshop/Bibliothek)Frei
Freien Eintritt in die Ausstellungen genießen:
Mitglieder des Fördervereins
Geburtstagskinder jeden Alters
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
Studenten der Goethe-Uni / FH / HfMDK
Auszubildende aus Frankfurt
Geflüchtete
Inhaber von Museumsufer-Card oder Museumsufer-Ticket
Inhaber der hessischen Ehrenamts-Card
Mitglieder von ICOM oder Museumsbund
Ermäßigung genießen:
Studenten / Auszubildende (ab 18 Jahren)
Menschen mit Behinderung ab 50 % GdB (1 Begleitperson frei)
Freiwilligendienstleistende (Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr, Bundesfreiwilligendienst oder Internationaler Jugendfreiwilligendienst)
Bezieher:innen von ALG II
Inhaber der Frankfurt Card
Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main