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Alex Katz
Cool Prints
15. September 2011 – 8. Januar 2012
Jüdisches Museum
Alex Katz, Black Brook, 1990, Farbaquatinta und Radierung, Albertina, Wien / Foto: Peter Ertl, Wien © 2011 Alex Katz / VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Mit dem Namen Alex Katz verbindet der Kunstinteressierte auf Anhieb die Welt der amerikanischen Freizeitgesellschaft, dargestellt auf großformatigen Gemälden. Die Druckgraphik spielt im Gesamtwerk von Alex Katz eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zu den meisten Künstlern verwendet er sie nicht nur, um ein großes Publikum zu erreichen, sondern vornehmlich zur Weiterentwicklung der Konzeption seiner Gemälde. Dabei kann die Drucktechnik auch manchmal zum Generator neuer Bildideen für spätere Gemälde werden. Während er in der Malerei in immer größeren Formaten arbeitet, werden die Druckgraphiken in moderaten Größen gehalten. Die Reduzierung des Motivs begrenzt sich jedoch nicht nur auf die formale Größe des Blattes. Während Katz in seiner Malerei mit Farbeffekten arbeitet, setzt er in der Graphik auf die Variationen von Farbtönen und Kontraste. Katz versucht eine maximale Farbintensität und Genauigkeit durch die Anwendung von unterschiedlichen Drucktechniken wie Holzdruck, Lithographie und Siebdruck zu erreichen. Diese Techniken hat Katz seit der Mitte der 1960er Jahre mit renommierten Druckwerkstätten in USA, Japan und Europa erprobt. Manchmal kombiniert er auch verschiedene Druckverfahren, um die technisch bedingten Unterschiede zum Verschwinden zu bringen.
Die im Jüdischen Museum ausgestellten fünfzig Druckgraphiken stammen aus den letzten vier Jahrzehnten. Ihre Motive kreisen um die Porträts seiner Frau Ada, Ikone und Muse in seinem Werk, sowie um die Landschaften in Maine, eine immer wiederkehrende Inspirationsquelle. Schon bei den frühen Beispielen aus den 1960er Jahre ist zu erkennen, dass es dem Künstler nicht um die Umsetzung der traditionellen Bildgattungen Porträt und Landschaft ging, sondern um den Eindruck einer maximalen Präsenz, die er durch Entfremdung und Distanziertheit erreichte. In den 1970er Jahren setzte Katz eine gestalterische Idee um, die fortan für seine Kunst bestimmend ist. Er wendet das Prinzip des Ausschnitts und der Großaufnahme aus Fotografie und Film an und suggeriert somit eine unmittelbare Nähe zum Zuschauer. Das Querformat der Blätter kommt dem Effekt einer filmischen Breitwandprojektion nahe.
Katz möchte dabei nicht ein Abbild oder eine Idealisierung des jeweiligen Motivs erreichen. Seine Bilder werfen einen unsentimentalen, gelassenen, im Grunde impressionistischen Blick auf die Welt. In ihrer reduzierten Wiedergabe vermitteln sie einen Moment ohne dabei oberflächlich zu sein. Seine Porträts und Landschaften wirken als Gegenbewegung zum Expressionismus sachlich und cool.
Mit dieser Ausstellung setzt das Jüdische Museum die Reihe der Kunstausstellungen über jüdische Künstler der Gegenwart fort.
Kuratorin und Projektleitung: Dr. Eva Atlan
Eine Ausstellung in Kooperation mit der Albertina, Wien
Wir danken für die Unterstützung der Ausstellung:


Begleitprogramm (PDF, 207 KB)
- Alex Katz, Blue Umbrella, 1979/80, Farblithographie, Albertina Wien, Foto: Peter Ertl, Wien, © 2011 Alex Katz / VG Bild-Kunst, Bonn 2011
- Alex Katz, The Green Cap, 1985, Farbholzdruck, Albertina Wien, Foto: Peter Ertl, Wien, © 2011 Alex Katz / VG Bild-Kunst, Bonn 2011
- Alex Katz, Red Coat, 1983, Siebdruck, Albertina, Wien / Foto: Peter Ertl, Wien, © 2011 Alex Katz / VG Bild-Kunst, Bonn 2011
- Alex Katz, Ada, 1994, Siebdruck in 10 Farben, Albertina, Wien / Foto: Peter Ertl, Wien, © 2011 Alex Katz / VG Bild-Kunst, Bonn 2011
- Alex Katz, Alex at Cheat Lake, 1969, Lithographie und Foto-Offset in 7 Farben Albertina, Wien / Foto: Peter Ertl, Wien, © 2011 Alex Katz / VG Bild-Kunst, Bonn 2011
- Alex Katz, Five Women, 1977, Siebdruck in 23 Farben, Albertina, Wien / Foto: Peter Ertl, Wien, © 2011 Alex Katz / VG Bild-Kunst, Bonn 2011
- Ausstellungseröffnung am 14. September 2011, Fotograf Wolfgang Günzel
- Ausstellungseröffnung am 14. September 2011, Fotograf Wolfgang Günzel
- Rahmenprogramm zur Ausstellung: Jazz im Museum: UGETSU, am 13. November 2011
Kurt Levy (1911-1987)
Zum 100. Geburtstag
13. September – 6. November 2011
Kabinettausstellung im 2. OG. des Jüdischen Museums
Kurt Levy Anfang der 1960er Jahre
Die Kabinettausstellung konzentriert sich auf Bilder, die um 1960, dem Jahr von Levys Rückkehr aus Kolumbien, entstanden. Die Ölgemälde und Gouachen zeigen Kurt Levy als virtuosen Koloristen, den das strahlende Licht der Tropen und die intensive Farbpalette des Rheinischen Expressionismus gleichermaßen inspirierten.
Levy, der bereits während seiner Schulzeit in Bonn Malunterricht erhielt, flieht 1933 nach Holland, zwei Jahre später emigriert er nach Kolumbien, wo er seinen Lebensunterhalt zunächst als Lithograf bestreitet. Der künstlerische Durchbruch gelingt 1947 mit einer Einzelausstellung in der Biblioteca Nacional in Bogotá, der zahlreiche Ausstellungen in Kolumbien folgen. 1956 nimmt Levy eine Professur für Zeichnung und Aquarelltechnik an der Universität von Barranquilla an. Der wichtigste Schwerpunkt seiner Bilder bilden Landschaftsdarstellungen, in denen Levy prägnant und unsentimental seine Umgebung schildert. In der Besprechung einer Ausstellung in Bogotá 1959 heißt es: ”Das Licht der Karibik war für ihn ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für das große Abenteuer der Malerei.” Weiter schreibt der Kritiker, dass es Levy im Gegensatz zu den einheimischen Künstlern gelinge, „die Seele der Menschen und das Wesen unserer Landschaft” mit seiner Palette einzufangen.
Nach seiner Rückkehr im Jahre 1960 lebt Levy als freier Künstler in Köln, wo er 1987 stirbt. Der thematische Mittelpunkt seiner Malerei bleibt auch in Deutschland die Landschaft beziehungsweise Stadtlandschaft. Seine Bilder halten in expressiv verdichteter Weise Ansichten des Rheinlands aber auch die Eindrücke zahlreicher Reisen – vor allem auf die Kanaren und Balearen aber auch nach Israel – fest. Durch die Exilerfahrung geprägt, bewahrt sich Levy auch nach der Rückkehr nach Deutschland eine gewisse Nüchternheit, die seinen Kompositionen trotz virtuoser Ästhetik immer eine fühlbare Spannung verleiht.
Levys umfangreicher bildnerischen Nachlass ist seit Ende 1994 im Ludwig Meidner-Archiv des Jüdischen Museums untergebracht. Unter dem Titel Heimat Exil Heimat ist in der Schriftenreihe des Museums eine Monografie zum Künstler erschienen.
Biografie des Künstlers
Bildergalerien mit ausgewählten Werken von Kurt Levy
- Kurt Levy, Ateliertisch mit Flaschen, 1958, © Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main
- Kurt Levy, Im Park, 1960, © Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main
- Kurt Levy, Blaue Brücke, 1960, © Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main
- Kurt Levy, Ohne Titel, 1960, © Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main
- Kurt Levy, Stilleben mit rosa Kaffekanne, 1965, © Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main
Ganz rein!
Jüdische Ritualbäder. Fotos von Peter Seidel
Das Mikwenprojekt. Fotos von Janice Rubin, Texte von Leah Lax
5. Mai – 30. Oktober 2011
Museum Judengasse
Die Sonderausstellung über Mikwen, jüdische Ritualbäder, eröffnet Einblicke in einen intimen Bereich jüdischen Lebens. Sie zeigt den Umgang mit Grenzerfahrungen wie Liebe, Sexualität und Tod oder Geschlechterrollen und Ehe im Spannungsfeld zwischen religiöser Tradition und weltlich geprägter Gegenwart.In aufwändigen Architekturstudien zeigt der Frankfurter Fotograf Peter Seidel die Vielfalt der Bauformen jüdischer Ritualbäder in Europa. Fast zwanzig Jahre lang hat er in Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und Deutschland jüdische Ritualbäder von der Antike bis in die Gegenwart fotografiert.
Die amerikanischen Künstlerinnen Janice Rubin und Leah Lax nähern sich dem Thema in Bild und Wort. Eindrucksvoll halten sie in poetischen Bildern und persönlichen Gesprächen die Wahrnehmung jüdischer Frauen zum Ritualbad, zum weiblichen Körper und zur Sexualität fest. Dabei kommen amerikanische Frauen mit ganz unterschiedlicher religiöser Orientierung zu Wort. In der Ausstellung werden diesen Werken Zitate von Frauen aus Europa, den USA und Israel gegenübergestellt, die zum Ritual der Mikwe aus verschiedenen Gründen auf Distanz gehen. So entwickelt sich ein kontroverser Dialog der Stimmen über ein altes und bis heute praktiziertes Ritual.Tauchen Sie ein in die Welt der Mikwe!
Einen Überblick über das Begleitpgrogramm zur Ausstellung finden Sie hier.
Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt in Zusammenarbeit mit den Jüdischen Museen Hohenems, Franken und Wien
Wir danken für die Unterstützung der Ausstellung in Frankfurt:

- Mikwe in Friedberg, 1260, Foto: Peter Seidel
- Aus der Reihe „Immersions / Eintauchen“, ohne Titel, © Janice Rubin, Das Mikwen-Projekt
Flucht und Verwandlung. Nelly Sachs, Schriftstellerin, Berlin / Stockholm
16. März – 31. Juli 2011
Jüdisches Museum
Nelly Sachs 1965
Im Mai 1940 floh die 49-jährige Nelly Sachs mit einer der letzten Passagiermaschinen aus Berlin-Tempelhof. Hinter der Frau mit dem braunen Koffer, die als behütetes Einzelkind aufgewachsen war, lag mehr als die Hälfte ihres Lebens, das „unter Bedrohung“ geraten war. Vor ihr lagen dreißig Jahre Exil, phasenweise in psychiatrischen Kliniken verbracht – sowie der reife Teil eines Werks, das ihr 1966 den Nobelpreis in Literatur einbrachte.
Die Ausstellung „Flucht und Verwandlung“ zeigt, wie Sachs’ Werk im Eingedenken einer bekannten, im Kontakt mit einer neuen Kultur entsteht. Im Mittelpunkt der Ausstellung befindet sich die Küche, auch „Kajüte“ genannt. Mit Blick auf die Wässer Südstockholms isst, schläft und arbeitet sie in diesem kleinen Raum „einfach weil ich da mehr zu Hause bin als in dem Fein-Zimmer, wo ich die Möbel von anderen Flüchtlingen übernahm.“ Anhand des Nachlasses, der sich samt einer Rekonstruktion der Wohnung in der Königlichen Bibliothek Stockholms befindet, sowie anhand einer Fülle von unveröffentlichtem Material (Fotos, Manuskripte, Ton- und Bildaufnahmen, Akten), werden die Koordinaten von Sachs’ „unsichtbarem Universum“ nachgezeichnet. Die Ausstellung will den kulturhistorischen Kontext ebenso wie die ästhetische Radikalität eines Werks sichtbar machen, das aus der Verwandlung eine Bleibe zu schaffen sucht.
Eine Ausstellung von gewerk design und Aris Fioretos
Gefördert von der ABG Frankfurt Holding GmbH und der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt am Main
Gefördert durch die

Juden in Argentinien. Porträts zum zweihundertjährigen Jubiläum
Judios argentinos. Retratos en el bicentenario
5. Oktober 2010 – 20. März 2011
Ehrengast 2010 der Frankfurter Buchmesse
Museum Judengasse
Pedro Roth, Porträts des Gedenkens (Foto: Uwe Dettmar)
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Die argentinischen Juden sind – 200 Jahre nach der Gründung des Staates – ein untrennbarer Bestandteil der pluralistischen und demokratischen Gesellschaft Argentiniens. Ihren Beitrag zu Entwicklung und Wachstum des Landes zeigen die sieben Abteilungen dieser Ausstellung, die stattfindet, wenn Argentinien als Ehrengast der Buchmesse Deutschland besucht.
Die jüdische Gemeinde in Argentinien ist die größte spanischsprachige und die siebtgrößte der Diaspora. Sie hat einen intensiven und kreativen Lebensstil entwickelt voller kultureller, institutioneller, sozialer Ausdrucksformen. Diese spiegeln sowohl ihre besondere Eigenschaft als Einwanderungsgruppe als auch ihre Eingliederung in die argentinische Gesellschaft als Ganzes.
Die mit verschiedensten Porträts gestaltete Ausstellung führt durch die Geschichte der jüdischen Anwesenheit in Argentinien, belegt Lebenserfahrungen, die sich aus Jahrzehnten in der Stadt und auf dem Lande entwickelten, glücklichen und traurigen, lebendigen aus der Gegenwart und vergangenen, die Spuren in den Seelen und Körpern hinterließen. Porträts, die die Menschen in der Vielfalt, aber doch als Teil einer gemeinsamen Identität zeigen.
Die Ausstellung konzentriert sich auf die Verpflichtung zur Erinnerung an den Holocaust, die letzte Militärdiktatur in Argentinien und das Attentat gegen die AMIA.
Eine Ausstellung des Organisationskomitees für die argentinische Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse 2010 als Ehrengastland (Ministerium für Außenbeziehungen, Welthandel und Kultus der Republik Argentinien) in Zusammenarbeit mit der AMIA (Asociación Mutual Israelita Argentina) und der Botschaft der Republik Argentinien in Deutschland.
Allgemeine Idee und Installationen: Elio Kapszuk
Projektkuratoren: Elio Kapszuk – Ana E. Weinstein

Else Lasker-Schüler. Die Bilder
8. September 2010 – 9. Januar 2011
Jüdisches Museum
Die Ausstellung ELSE LASKER-SCHÜLER. DIE BILDER würdigt das bildnerische Schaffen dieser Künstlerin. Als Dichterin und Schriftstellerin gilt Else Lasker-Schüler (1869–1945) heute als herausragende Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus. Sie war aber auch eine bedeutende Zeichnerin.
Obwohl sie zu ihren Lebzeiten als solche gewürdigt wurde, ist ihr bildnerisches Werk nach ihrem Tod nahezu in Vergessenheit geraten. Basierend auf der Forschungsgrundlage des gleichzeitig im Jüdischen Verlag / Suhrkamp Verlag erscheinenden Werkverzeichnisses von Ricarda Dick öffnet die Ausstellung erneut den Blick auf die internationale Bedeutung dieser Künstlerin.
Sie versammelt rund hundertfünfzig Zeichnungen, Collagen, Briefzeichnungen, bemalte Postkarten und handkolorierte Lithografien, darunter viele bisher unbekannte Blätter.
Ihre sehr charakteristischen und eigenständigen Zeichnungen entwickelte Else Lasker-Schüler im Umfeld von Jugendstil, Expressionismus, Futurismus und Dada. Einflüsse und Wechselwirkungen zu Werken anderer Künstler werden aufgezeigt; so wird erstmals die besondere Rolle von Franz Marc, dem Begründer des Blauen Reiter, herausgestellt und sichtbar gemacht, und es wird aufgezeigt, welchen Einfluss Ernst Ludwig Kirchner, ein Künstler der Brücke, auf ihre Arbeit hatte.
Ebenfalls erstmalig wird gezeigt, dass und wie sich die Künstlerin von der altägyptischen Kunst hat anregen lassen, der sie die Entwicklung ihres charakteristischen Jussuf-Profilkopfes und verschiedene Kompositionsprinzipien verdankt.
In der Ausstellung und in den wissenschaftlichen Katalogbeiträgen von Ricarda Dick und Astrid Schmetterling wird darüber hinaus gezeigt, dass Else Lasker-Schülers inszenierte Naivität das Ergebnis großer Kunstfertigkeit und künstlerischer Kraft ist, welche Bedeutung die Farbe in ihren Zeichnungen hat, wie diese neue Assoziationsräume eröffnet und wie bildhaft Else Lasker-Schüler dachte.
Das zeichnerische wie das literarische Werk dreht sich vor allem um die Welt Prinz Jussufs und seines Reiches Theben sowie um indianische Ich-Figurationen wie „Der Blaue Jaguar“, „Pampa“, „Pampeia“. Jussuf ist, wie Ricarda Dick zeigt, das synthetische Produkt jüdischer, islamischer, christlicher und altägyptischer Bezüge und wurde von Else Lasker-Schüler eingesetzt „als Idee, als Leitmotiv, als Inner- und außerliterarische Spielfigur“. Mit der betont orientalischen Gestaltung dieser Ich-Figuration trägt Else Lasker-Schüler, so Astrid Schmetterling, „spielerisch provokativ“ zu zeitgenössischen Debatten um Orientalismus, Primitivismus und Zionismus bei.
Nach Verfolgung durch die Nationalsozialisten, Diffamierung und Zerstörung ihrer Kunst, nach erzwungener Emigration zunächst in die Schweiz mit Berufsverbot, fand sich Else Lasker-Schüler in der neuen Heimat Palästina wieder. Im Text und in den Bildern ihres „Hebräerlands“ romantisierte Else Lasker-Schüler die „hebräischen Pioniere“, die „Palästina aus seinem tausendjährigen biblischen Sagenschlaf“ erweckt hätten. Um eine Abbildung der Realität ging es auch in diesen Arbeiten nicht, sondern um ein Suchen und Finden der mitgebrachten Vorstellungen vom Orient, auch um kompositorische und farbliche Fragen.
Ausstellung und Publikation ELSE LASKER-SCHÜLER. DIE BILDER möchten einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass ihr immer noch herrschender „Ausschluss aus dem Kanon der Kunstgeschichte“ (Viktoria Schmidt-Linsenhoff) beendet wird.
Die Ausstellung wurde im Rahmen von „Phänomen Expressionismus”, einem Kooperationsprojekt des Kulturfonds FrankfurtRheinMain, präsentiert und von diesem als Hauptförderer ermöglicht.
Katalog:
Else Lasker-Schüler. Die Bilder
Hrsg. von Ricarda Dick im Auftrag des Jüdischen Museums Frankfurt
Mit einem Beitrag von Astrid Schmetterling
Frankfurt am Main: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag 2010 (vergriffen)
Zur Ausstellung gibt es eine Audioführung in Deutsch und Englisch.
Hörprobe (Else Lasker-Schüler, gesprochen von Hannelore Hoger)
Vom Januar bis Mai 2011 wurde die Ausstellung in der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin gezeigt.
Wir danken für die Unterstützung für Ausstellung und Katalog:
 


Projektleitung und Realisation: Dr. Eva Atlan, Tel: 069-21233329
Das Begleitprogramm zur Ausstellung als pdf-Datei.
Medienberichterstattung
Fotos der Ausstellung
„Für Marcel Reich-Ranicki”
Das Jüdische Museum Frankfurt gratuliert zum 90. Geburtstag
1. Juni – 5. September 2010
Museum Judengasse
„Demokratie wird durch Kritik geradezu definiert.“ Marcel Reich-Ranicki 1970
Schon 1960 zählte eine Umfrage der ZEIT Marcel Reich-Ranicki zu den führenden deutschen Literaturkritikern. Den Vorwurf der Popularisierung hat er nie gescheut. Die Klientel des Kritikers, so hat er oft betont, sei nicht das germanistische Seminar, sondern das lesende Publikum, das er über Zeitung, Rundfunk und Fernsehen erreicht. Erfolg und Popularität erlangten ihren Höhepunkt, als 1999 die Autobiographie „Mein Leben“ erschien. Bei aller Anerkennung kursiert jedoch weiterhin das Image vom Kritiker als „Verreißer“.
Die Ausstellung würdigt Leben und Werk einer der bekanntesten Persönlichkeiten im literarischen Leben und fragt nach dem Bild der Kritik in der Öffentlichkeit, in der sie zu selten als demokratische Tugend erscheint.
Begleitprogramm:
Moritz Daniel Oppenheim: Idealbilder jüdischen Lebens
Bilder aus dem altjüdischen Familienleben
23. März – 3. Oktober 2010
Kabinettausstellung im 2. OG des Jüdischen Museums
Moritz Daniel Oppenheim: Freitag-Abend, Lichtdruck 1869
Moritz Daniel Oppenheims „Bilder aus dem altjüdischen Familienleben“ waren ein Verkaufsschlager. Als der Zyklus 1866 im Frankfurter Kunstverlag Heinrich Keller erschien, war Moritz Daniel Oppenheim (1800–1882) bereits ein gefragter Porträtmaler des wohlhabenden und emanzipierten jüdischen Bürgertums. In einigen Ölgemälden hatte er auch jüdische Szenen dargestellt. Die Mappe mit Lichtdrucken aber machte ihn zum gefeierten „ersten jüdischen Maler“ und Begründer der jüdischen Genremalerei. Bis 1882 wurde die Kunstmappe immer wieder neu aufgelegt; sie umfasste anfangs sechs, zum Schluss zwanzig Blätter, von denen hier acht aus der Ausgabe von 1869 gezeigt werden. Für die Lichtdrucke hatte der Maler von seinen Ölgemälden eigens Grisaillen angefertigt, die mit ihren Grautönen damals die einzige Möglichkeit für eine gute photographische Wiedergabe boten.
Die Serie zeigt harmonische Szenen von der häuslichen Schabbat-Feier und aus dem jüdischen Festkalender. Oppenheim versetzt das Geschehen in eine städtische Judengasse, kurz vor deren Öffnung am Ende des 18. Jahrhunderts. Seine historisierenden Darstellungen geben keinen verklärten Blick in die ärmlichen Verhältnissen des Ghettos, sondern zeigen eine wohlhabende Familie des aufstrebenden Bürgertums, die mit großem Selbstbewusstsein eine religiöse Eigenständigkeit lebt.
Oppenheim schöpft bei seinen Darstellungen aus christlichen wie jüdischen Bildvorlagen, die er abändert und innovativ bereichert. Detailliert erläutert er mit zahlreichen Ritualobjekten die altehrwürdigen Bräuche im Kreis der Familie. Diese wird als Bewahrerin jüdischer Tradition dargestellt. Die Polarisierung zwischen traditionellem und modernem Judentum, die Oppenheims Zeitgenossen und seine eigene Gemeinde spalteten, vermeidet der Maler. So verkörpern die Bilder aus dem Altjüdischen Familienleben seine Vision eines modernen, selbstbewussten, gleichberechtigten und dennoch traditionsbewussten Judentums und ein Plädoyer für Toleranz.
Ausstellung 1 bis 8 von 146
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Jüdisches Museum
Untermainkai 14/15
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 212 35000
Fax: +49 (0)69 212 30705
info(at)juedischesmuseum.de
Museum Judengasse
Kurt-Schumacher-Str. 10
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 297 74 19
Fax: +49 (0)69 212 30 705
Prof. Dr. Raphael Gross
Direktor des Jüdischen Museums und
Geschäftsführer der Kommission zur
Erforschung der Geschichte
der Frankfurter Juden
Telefon: +49 (0)69 212 38805
Dr. Johannes Wachten
Stellvertretender Direktor, Leiter der
Abteilung Dokumentation, Judaistik
Telefon: +49 (0)69 212 38806
Fritz Backhaus
Stellvertretender Direktor, Museum
Judengasse / Börnegalerie,
Museumspädagogik
Telefon: +49 (0)69 212 38804
Daniela Unger
Büro der Direktion / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)69 212 38805
Weitere Ansprechpartner
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