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Der Aufbau der Sammlungen des Jüdischen Museums in den achtziger Jahren war geprägt von der Notwendigkeit eines Neuanfangs, knüpfte aber an die Traditionen an, die mit dem Museum Jüdischer Altertümer ab der Jahrhundertwende begründet worden waren. Auch heute steht die Sammlungsarbeit unter dem Motto beider Perspektiven – des Neubeginns wie des Rückblicks auf die Tradition.
Tora-Set für die Reise, Firma Lazarus Posen Wwe., um 1900 Sie stammen zumeist von den beiden bedeutenden jüdischen Silberwarenherstellern Fa. Lazarus Posen Wwe. und den Brüdern Felix und Leo Horovitz. Sie waren über Frankfurt hinaus bekannt für besonders aufwendig und sorgfältig gearbeitetes Kultgerät. Durch Stiftungen gingen dem Jüdischen Museum weitere Objekte des 19. Jahrhunderts aus Zentral- und Osteuropa zu: Siegfried Baruch, Meta Gorski und Ignatz Bubis bereicherten mit ihren Schenkungen unsere Sammlung. Diese Bestände konnten im Laufe der Jahre durch gezielte Ankäufe und weitere Spenden ausgebaut werden. Dazu gehört vor allem der von Josef Buchmann gestiftete Besamimturm mit kleinen Figuren aus Kaltemail aus Lemberg wie auch ein Toraschild des Goldschmieds Eduard Schürmann aus dem 19. Jahrhundert. Zur Eröffnung des Museums erhielten wir aus dem Besitz Ignatz Bubis' die „Frankfurter Pessach-Haggada”, ein illuminiertes, in der Judengasse für eine Hofjudenfamilie geschriebenes Manuskript aus dem 18. Jahrhundert. Die Vielfalt des Sammlungsbestandes und die unterschiedliche Geschichte seiner Objekte dokumentieren den durch die Schoa verursachten Geschichtsbruch. Dieser Geschichtsbruch bedeutet zugleich auch einen Kulturbruch, denn die wenigen noch vorhandenen Objekte aus Frankfurt spiegeln nur die nicht mehr vorhandene deutsch-jüdische Kultur vor 1933 wider. Dagegen verweisen die von den Überlebenden geretteten Objekte aus den unterschiedlichsten Regionen Europas auf die kulturelle Vielfalt der Nachkriegsgemeinde. |
Abteilung JudaicaDr. Eva Atlan Jüdisches Museum MuseumsleitungProf. Dr. Raphael Gross Dr. Johannes Wachten Fritz Backhaus |
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| Jüdisches Museum • Untermainkai 14/15 • 60311 Frankfurt am Main | ||||
| Tel.: +49 (69) 212 35000 • Fax: +49 (69) 212 30705 • Email: info(at)juedischesmuseum.de | ||||