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Solange Juden in der Judengasse wohnen mussten, lebten sie selbstverständlich nach ihren Gesetzen und Regeln. Die politischen und sozialen Veränderungen nach der Aufklärung hatten erheblichen Einfluss auf die jüdische Religionsausübung und die Haltung des Einzelnen zur jüdischen Gemeinschaft. Viele Juden forderten seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine Modernisierung des Gottesdienstes und eine Liberalisierung der Religionspraxis. Liberale Prinzipien wie persönliche Freiheit, Individualität und Rationalität rangierten höher als die in der Ghettozeit verbindlich eingehaltene Tradition. Unterschiedliche Interessen an der Religionsausübung führten in den großen jüdischen Gemeinden zu schweren Auseinandersetzungen und zur Entwicklung unterschiedlicher Religionsrichtungen. In wenigen Städten traten Orthodoxe aus der Gemeinde aus und gründeten eine eigene Gemeinde.
Synagoge Friedberger Anlage. Gemälde von Wilhelm Freund (1860-1937), 1911
Toraschild der Synagoge am Börneplatz. Gestiftet von Abraham und Recha Arnsberg anlässlich der Barmitzwa ihres Sohnes Paul, wie auf der hebräischen Stiftungsinschrift festgehalten. Frankfurt am Main 1913, Silber Innerhalb der jüdischen Gemeinde selbst bestanden zwei Richtungen, die liberale, die ihre Synagoge in der Börnestraße (früher Judengasse) hatte und die Schule Philanthropin prägte, und die konservative mit der Synagoge am Börneplatz. |
KontaktdatenJüdisches Museum Museum Judengasse MuseumsleitungProf. Dr. Raphael Gross Dr. Johannes Wachten Fritz Backhaus Daniela Unger |
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